Der Survivalgürtel

An dieser Stelle möchte ich einen Ausrüstungsgegenstand behandeln, der nicht nur in Notsituationen extrem hilfreich sein kann. Ob es sich dabei um einen Survivalgürtel, ein Survival-Pack, eine Survivalweste oder ähnliches handelt, ist grundsätzlich egal und bleibt der Vorliebe des Trägers überlassen. Eines haben jedoch alle gemeinsam: Sie sind „Wundertüten“, die einem draußen in einer Vielzahl von alltäglichen -aber auch unerwarteten- Situationen helfen. Je nach dem, was man vor hat und wo man sich befindet, kann sogar das Leben davon abhängen!

In der Literatur findet sich eine große Auswahl an Listen und Beschreibungen, wie ein Survivalgürtel, eine Weste oder Päckchen aussehen kann.

Der von mir hier vorgestellte Survivalgürtel ist ein individuelles Teil, das ich mir zusammengestellt habe. Es ist für meine Ansprüche konzipiert. Und daher sollen die Gegenstände hier nur als Vorschläge betachtet werden. Je mehr Ihr Euch mit Survival beschäftigt und „draußen“ seid, umso mehr werdet Ihr herausfinden, was Ihr braucht und was nicht. Außerdem kommt es natürlich darauf an, was Ihr machen wollt. So sieht z.B. meine Ausrüstung für das „heimische Survivaltraining“ anders aus, als wenn ich eine Bootstour auf dem Shannon quer durch Irland mache.

Also, los gehts….

 

Der Gürtel

Dabei solltet Ihr folgende Überlegung berücksichtigen: Leder ist geschmeidig und sieht auch gut aus. Aber wenn es naß wird und längere Zeit nicht richtig trocknen kann, leidet das Material erheblich.
Ich bevorzuge einen Leinen-Armee-Gürtel. Ihn kann man – im Gegensatz zum Ledergürtel – problemlos am Feuer trocknen, und er paßt sich dem Körper recht gut an.

 

Die Tasche(n)

Nun bleibt es Euch überlassen, ob Ihr lieber nur eine Tasche nehmt, die Ihr an den Gürtel hängt und in der Ihr Euer Zeug unterbringt oder ob Ihr lieber mehrere kleinere Taschen nehmt.
Wichtig ist, dass die Utensilien, bis auf ein paar Ausnahmen, trocken untergebracht werden.
Ich bevorzuge nur eine Tasche. Dies hat den Vorteil, dass ich die Tasche bei unterschiedlichen Aktivitäten so schieben und drehen kann, dass sie mich nicht stört.
Mir gefällt der „alte“ Brotbeutel der Bundeswehr recht gut. Übrigens ein Tipp von Rüdiger Nehberg. Darin bekomme ich alles unter, was ich brauche. In diesen stecke ich einen leeren Chemikalienbehälter. Chemielabore bekommen ihre Chemikalien oft in solchen Behältern mit weitem Hals und einem Schraubdeckel geliefert. Diese Behälter gibt es in den unterschiedlichsten Grössen. Wer also nicht alles in einem solchen Kanister unterbringen möchte, der kann z.B. der besseren Ordnung halber mehrere kleine Behälter nehmen. Fragt einfach mal in einem Chemielabor nach. Dort werden die Behälter oftmals weggeworfen. Und achtet darauf, was sich zuvor darin befunden hat. Es versteht sich von selbst, dass Ihr keine Behälter nehmt, in denen gefährliche oder giftige Chemikalien waren. Und trotzdem: Gut ausspülen.

 

Der Inhalt

Ich liste den Inhalt hier nur auf und schreibe zum Teil in Klammern den ein oder anderen Begriff dahinter, der auf die Nutzung dieses Gegenstandes hinweist. Die Beschreibung und eigentliche Nutzung eines jeden Artikels aus meinem Gürtel würde den Rahmen hier sprengen. Das „Tolle“ an dem Überlebensgürtel ist nämlich, dass alle Utensilien mulitfunktionell sind und damit einen mehrfachen Nutzen haben.
In unseren Kursen wird der Überlebensgürtel als seperates Thema behandelt und vorgestellt. Hier wird der Inhalt und die Benutzung der Gegenstände genau erläutert.

  • Mind. 10 m Angelschnur (30er Stärke) (z.B. Unterkunftsbau, Fallen, Angel, Alarmanlage …..)
  • Mind. 10 m Nylonband, ähnlich „Maurerschnur“ (wie oben….)
  • Angelhaken der Größen 6, 8, 10, 12, 16. (Von 6 für größere Raubfische z.B. Aale bis 16 für Köderfische)
  • Sicherheitsnadeln (wenn der Knopf mal fehlt, bis hin zum improvisierten Angelhaken)
  • Nadel und Faden (Kleidung sollte in Ordnung sein….und Knöpfe fliegen schnell mal…)
  • Kleinere Kerze (Feuerstarter, Licht…)
  • Papier und Bleistift (zum Feuer entzünden, Nachrichten hinterlassen, Schritte zählen beim Marschieren etc.)
  • Skalpell (mediz. Plastikskalpell, der recht lange Griff kann z.T. abgebrochen werden -> kleineres Packmaß)
  • Sekunden- oder 2-Komponenten-Kleber (für Reparaturen jeder Art, insb. der Schuhsohlen…besser 2-K-K)
  • Streichhölzer und Reibfläche in Dose für Kleinbildfilme (wohl nicht, um Zahnstocher zu schnitzen 🙂 )
  • Triller-/ Signalpfeife (Notsignale, Verständigung, Orientierung etc.)
  • Ca. 70 cm langer Schlauch, für Belüftung von Aquarien (Atmen unter Wasser, Feuer, Destillieren von Wasser…)
  • Magnesiumstarter und / oder Power-Flint (Siehe Outdoor-Thema „Feuer“)
  • Gasfeuerzeug
  • Einige Meter Blumendraht (Unterkunft, Fallen, Alarmanlage etc.)
  • Pinzette (für Splitter, die sich entzünden könnten etc.)
  • Kleine Taschenlampe
  • Metallspiegel mit Peilloch und Dorn zum Anpeilen (Notsignale)
  • Morsetabelle
  • Kaliumpermanganat (überaus sinnvoll für Erste Hilfe, Medizin, Notsignale, Feuer, Wasseraufbereitung ……)
  • Zucker (hilft psychisch, wenn der Kaffee mal süß schmeckt, Feuer, Essen)
  • Wasseraufbereitungstabletten
  • Kartenausschnitt
  • Strickmütze (Über den Kopf verlieren wir den prozentual größten Anteil an Körperwärme)
  • Schlaftabletten
  • Schmerztabletten
  • Medizinische Nadel + Faden (steril verpackt)
  • Pflaster (wenn sich draußen kleine Wunden entzünden, kanns große Probleme geben)
  • 2 Verbandspäckchen (eins zum Verbinden, zweites auch als Druckpolster für Druckverband mit Dreiecktuch verwendbar)
  • Dreiecktuch
  • Jodtinktur (Wunddesinfektion, Entkeimung von Wasser, Behandlung von Blasen etc.)
  • Mullbinde
  • Kompresse
  • Rettungsdecke aus Alu-Folie

Über diese „Grundausstattung“ hinaus habe ich in meinem Gürtel noch folgende Dinge untergebracht:

  • Etwas löslichen Kaffee und ein paar Teebeutel
  • Ein paar Brühwürfel
  • Medizinische Spritze und Nadel (steril verpackt -> wenn Blasen gelaufen wurden….)
  • 2 Gefrierbeutel (zum Transport der unterschiedlichsten Dinge, von Wasser bis Abfall….)
  • Etwas Speisesalz (wirkt auf die Psyche Wunder, wenn man länger draußen ist…..)
  • Zeckenzange
  • 2 Tabletten Trockenbrennstoff (falls man es eilig hat…..Alternativen findet unter der Rubrik „Feuer“)

Ich weiß, es sieht aus, als würde man das ganze Zeug nie alles „in“ dem Gürtel, der Weste oder dem Päckchen verstaut bekommen. Aber laßt Euch gesagt sein: ES GEHT!

An den Gürtel kommt dann noch ein gutes und scharfes Gebrauchsmesser für grobere Arbeiten mit einer Klingenlänge von ca. 12-15 cm. Und am Hosengürtel trage ich noch gerne ein Multifunktionswerkzeug mit feststehenden Funktionen und sehr scharfer Klinge fürs Schlachten, Filetieren und sonstige Feinarbeiten.
Aber das Thema Messer ist wieder so umfassend, dass dafür ein eigenes Kapitel erforderlich wäre…….

Ihr werdet Euren eigenen Gürtel mit der Zeit individuell zusammenstellen und verändern.
Dabei ist der Überlebensgürtel nicht nur überaus hilfreich, wenn Ihr draußen seid – er hilft Euch auch die Zeit zu Hause zu überbrücken und steigert die Vorfreude aufs nächste „Abenteuer“. Dann nämlich, wenn Ihr Euren Survivalgürtel überprüft, zusammenstellt, verändert, bastelt, ausprobiert…